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Zum Nachdenken...

Quelle aller Bilder: Pixabay.com - CC0 Public Domain 

Ein Gespräch beim Frisör

Ein Mann ließ sich die Haare schneiden und den Bart trimmen. Der Friseur sprach während seiner Arbeit mit dem Kunden über viele Dinge, wie Friseure es halt so tun. Auch das Thema Gott wurde berührt.

„Ich glaube, dass Gott nicht existiert!“, meinte der Friseur.

„Warum?“ fragte der Kunde.

„Sie müssen nur auf die Straße gehen. Wenn Gott existierte, gäbe es dann so viele kranke Leute? Würde es so viele verlassene Kinder? So viele Waisen? Würde es so viel Leid und Schmerzen geben? Gäbe es einen Gott, würde er alle diese Dinge nicht zulassen!“

Der Kunde antwortete nicht. Die Haare waren geschnitten. Der Bart war gestutzt und der Friseur entlohnt.

Auf der Straße begegnete der Kunde einem Mann mit langen, schmutzigen Haaren und ungepflegtem Bart. Er ging zurück und sagte zum Friseur:

„Friseure existieren nicht! Es gibt keine Friseure!“

„Wie kommen Sie darauf? Ich habe ich Ihnen doch kurz vorher die Haare geschnitten und den Bart getrimmt!“

Der Kunde wiederholte:

„Friseure existieren nicht, denn wenn es sie existierten, gäbe es niemanden mit schmutzigem, langem, ungepflegtem Haar und ungetrimmtem Bart. Sehen Sie jenen Mann auf der Straße? Gäbe es Sie, würden Sie diese Dinge nicht zulassen!“

„Ach was! Ich existiere! Nur – die Leute kommen nicht zu mir rein!“

Der Kunde erwiderte:

„Genau! Auch Gott existiert. Nur gehen die Leute nicht zu ihm und suchen ihn nicht. Deswegen gibt es so viel Schmerz und Leid in der Welt.“


Autor unbekannt

Große Schwester

Quelle: Pinterest, Autor unbekannt

Ich hörte einmal eine Geschichte. Ein kleiner Junge wurde im Krankenhaus geboren und seine 3-jährige Schwester wartete ganz sehnsüchtig darauf, ihn zu sehen. Als die Mama mit dem Baby nach Hause kam, wollte sie unbedingt mit ihrem Bruder alleine sprechen. Die Eltern wussten nicht, wie sie mit dieser Bitte umgehen sollten, weil sie nicht wussten was sie vorhatte. Sie sagte es ihnen auch nicht, bestand aber weiterhin darauf, mit ihrem Bruder zu reden und zwar ganz alleine! Die Eltern willigten schließlich ein, stellten aber das Baby phone auf laut um genau verfolgen zu können, was passiert und im Falle eines Falles gleich eingreifen zu können.

Als die Kleine mit ihrem Bruder im Zimmer alleine war, ging sie ganz vorsichtig zu ihm hin und fragte ihn zärtlich: "Kannst du mir von Gott erzählen? Ich habe ihn fast schon wieder vergessen..."

Spuren im Sand

Eines Nachts hatte ich einen Traum:

Ich ging am Meer entlang mit meinem Herrn.

Vor dem dunklen Nachthimmel erstrahlten,

Streiflichtern gleich, Bilder aus meinem Leben.

Und jedesmal sah ich zwei Fußspuren im Sand,

meine eigene und die meines Herrn.

Als das letzte Bild an meinen Augen vorübergezogen

war, blickte ich zurück. Ich erschrak, als ich entdeckte,

dass an vielen Stellen meines Lebensweges nur eine Spur

zu sehen war. Und das waren gerade die schwersten

Zeiten meines Lebens.

Besorgt fragte ich den Herrn:

"Herr, als ich anfing, dir nachzufolgen, da hast du

mir versprochen, auf allen Wegen bei mir zu sein.

Aber jetzt entdecke ich, dass in den schwersten Zeiten

meines Lebens nur eine Spur im Sand zu sehen ist.

Warum hast du mich allein gelassen, als ich dich am

meisten brauchte?"

Da antwortete er:

"Mein liebes Kind, ich liebe dich und werde dich nie

allein lassen, erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten.

Dort wo du nur eine Spur gesehen hast,

da habe ich dich getragen."


Footprints © 1964 Margaret Fishback Powers.

Spuren im Sand © 1996 Brunnen Verlag, Gießen.

"Lost and Found" von Greg Olsen

Mit Gott auf der Parkbank...

Ich: "Gott, kann ich Dir mal eine Frage stellen?"

Gott: "Sicher."

Ich: "Versprich mir, dass Du nicht sauer wirst?"

Gott: "Ich verspreche es."

Ich: "Warum hast Du mich heute so oft enttäuscht?"

Gott: "Was genau meinst du?"

Ich: "Nun, ich bin zu spät aufgewacht!"

Gott: "Ja."

Ich: "Mein Auto ist andauernd nicht gestartet."

Gott: "Okay."

Ich: "Mittags machten sie mein Sandwich falsch und ich musste auf das zweite Sandwich warten – ich hasse es, zu warten."

Gott: "Huummm..."

Ich: "Als ich auf dem Weg nach Hause war, ging mein Handy kaputt, genau zu dem Zeitpunkt, als ich gerade einen Anruf bekam."

Gott: "Alles klar."

Ich: "Und zu allem kam noch dazu, dass, als ich nach Hause kam, um meine Füße in mein neues Fußmassage Gerät zu stecken, um zu genießen und entspannen. Aber das Gerät funktionierte einfach nicht! Nichts ging heute richtig und gut! Warum hast Du das zugelassen?"


Gott: "Lass mich mal sehen…

Der Todesengel war heute Morgen an deinem Bett und ich habe meinen Engel zu dir gesandt, dass er für dein Leben kämpft. Und ließ dich währenddessen schlafen…"

Ich (demütig): "Oh!"

Gott: "Dann habe ich zugelassen, dass dein Wagen nicht gestartet ist, weil ein betrunkener Autofahrer unterwegs war genau auf deiner Strecke und du ihm dann nicht begegnet bist, weil du später gefahren bist."

Ich: (schämte mich)

Gott: "Die erste Person, die Ihr Sandwich heute gemacht hat, war krank und ich wollte nicht, dass du die Krankheit bekommst, die sie hatte. Ich wusste, du kannst es dir nicht leisten, krank zu werden und nicht zur Arbeit zu kommen."

Ich (verlegen): "Okay..."

Gott: "Das Telefon war kaputt, weil die Person, die dich anrief, eine falsches Zeugnis geben würde über das, was du gesagt hättest. Und ich wollte einfach nicht, dass man deine Aussagen verfälscht, so habe ich erst gar nicht das Gespräch zustande kommen lassen."

Ich (leise): "Ich sehe, Gott."

Gott: "Oh, und das Fußmassage Gerät hatte einen technischen Fehler und hätte alle Sicherungen im Haus durchknallen lassen. Ich dachte, du wolltest lieber nicht den ganzen Abend im Dunkeln sitzen."

Ich: "Es tut mir Leid, Gott."

Gott: "Es muss dir nicht leid tun – du musst nur lernen, mir zu vertrauen…in allen Dingen, ob sie nun gut laufen oder schlecht."

Ich: "Ich werde Dir vertrauen."

Gott: "Und zweifle nicht daran, dass mein Plan für den Tag immer besser ist als dein Plan."

Ich: "Ich will nicht zweifeln, Gott. Und lass mich noch sagen, Gott: Danke für alles heute!"

Gott: "Du bist willkommen, mein Kind. Es war nur ein weiterer Tag, dass ich dein Gott bin – und ich liebe es, nach meinen Kindern zu schauen!"


Autor unbekannt

Tödliche Skepsis

Ein moderner Mensch verirrte sich in einer Wüste. Tage- und nächtelang irrte er umher. Die unbarmherzige Sonnenglut dörrte ihn aus. Er bekam Fieber. Wenn er erschöpft ein paar Stunden schlief, träumte er von Wasser, Datteln und Orangen. Dann erwachte er ermattet und taumelte weiter.


Da sah er in einiger Entfernung eine Oase. Aha, eine Fata Morgana, eine Luftspiegelung, die mich narrt, so dachte er. Er näherte sich der Oase, doch sie verschwand nicht. Im Gegenteil: sie erschien ihm immer deutlicher vor Augen. Er sah die Dattelpalmen, das Gras und die Felsen, zwischen denen eine Quelle entsprang.

Natürlich wird das eine Hunger Phantasie sein, die mir mein Gehirn vorgaukelt, dachte der moderne Mensch. So etwas kann in meinem Zustand vorkommen. Jetzt höre ich sogar das Wasser sprudeln. Also auch noch eine Gehirn Halluzination! Wie grausam doch die Natur ist! Mit diesem verzweifelten Gedanken brach er zusammen.


Einen Tag später fanden ihn zwei Beduinen - er war tot. "Kannst Du so etwas verstehen?", sagte der eine zum anderen: "Die Datteln wachsen ihm beinahe in den Mund! Er hätte nur die Hand auszustrecken brauchen." "Kaum zu glauben! Und dicht neben der Quelle liegt er, mitten in der schönen Oase verhungert und verdurstet. Wie ist das nur möglich?" "Er war wohl ein moderner Mensch. Er traute seinen Augen nicht; er glaubte nicht einmal an seine 5 Sinne. Er hat sich zu Tode gezweifelt."


Autor unbekannt

Der König und seine Mutter 

Vor langer Zeit lebte in einem fernen Lande ein mächtiger und gerechter König. Eines Tages bemerkte er, dass in seinem Volk ein gefährliches Glücksspiel immer mehr Macht und Ausbreitung gewann. Nahezu jeder spielte und arbeitete so mit am Verderben der ganzen Nation.


Der König aber liebte sein Volk und beschloss, ein Gesetz herauszugeben, um diese Spielleidenschaft zu hemmen: „100 Schläge mit der Peitsche sollten den treffen, der beim Spiel gefunden wurde!“ Das Gesetz war in Kraft getreten und trug das Siegel des Königs. Es musste unbedingt befolgt und ausgeführt werden. Wer beim Glücksspiel erwischt wurde, der hatte nun mit einer schweren Strafe zu rechnen.


Nach ein paar Tagen begann die Stimmung am Hofe sich zu verändern. Zunächst merkte der König nichts davon. Wenn der König auftauchte, steckte man die Köpfe zusammen und fing leise an zu tuscheln. Endlich fing der König an, die veränderte Stimmung am Hofe wahr-zunehmen.

Er rief den Hofminister zu sich und fragte ihn, was denn eigentlich los wäre? Dieser bekam einen roten Kopf und fing an, sehr verlegen zu wirken. „Was geht da hinter meinem Rücken vor? Raus mit der Sprache!“, polterte der König „Mit Verlaub, Eure Majestät, wand sich der Hofminister, „es geht um dieses neue Gesetz gegen das Glücksspiel, das eure Majestät vor ein paar Tagen erlassen haben. Wir haben den ersten Gesetzes Übertreter erwischt.“ „Dann führen Sie ihn seiner gerechten Strafe zu, worauf warten sie noch“, erwiderte der König.

Die Minister steckten die Köpfe zusammen und tuschelten ganz verzweifelt miteinander.


Endlich kam der Hofminister ganz betreten vor den König und sagte mit gesenkter Stimme: „Eure Majestät, bei dem Gesetzes Übertreter handelt es sich um eine Person aus der engsten Umgebung Eurer königlichen Hoheit. Es ist eine sehr delikate …“ Abrupt unterbrach ihn der König: „Wer ist es? Dieses Vergehen muss sofort bestraft werden, egal wer es ist! Also wer ist es?“ Der Hofminister zögerte, dann sagte er: „Ihre Mutter, Eure Majestät!“ Es wurde ganz still im Saal. Der König war tief bewegt und erschüttert… Zwei Tage schloss er sich ein und aß nicht und trank nicht. Allen war klar, dass die alte schwache Königinmutter die 100 Peitschenhiebe wohl nicht überleben würde.


Aber so gern der König gerade diesen Übertreter verschont hätte: Er konnte und durfte es nicht tun. Wenn er jetzt eine Ausnahme duldete, würde er aufhören, ein gerechter Herrscher zu sein. Nach diesen zwei Tagen wusste der König, was er tun wollte. Sein Herz bebte und sein Mund war trocken, als er mit spröder Stimme befahl: „Holt mir die Königinmutter und den Peitschen Knecht.“


Der ganze Hofstaat war versammelt, als der König seine Mutter vorführen ließ. Schon waren ihre Hände an den Pfosten gebunden und der Peitschen Knecht stand bereit, um die 100 Peitschenhiebe auf den Rücken der Mutter zu geben. Der König hob die Hand, der erste Hieb sollte erfolgen. „Halt!“ rief der König und ging in die Mitte, entblößte seinen eigenen Rücken und stellte sich zwischen den Peitschen Knecht und seine Mutter. Dann beugte er sich tief über seine Mutter. „Jetzt!“ rief er zum Peitschen Knecht, „schlag zu!“ Der Peitschen Knecht zögerte, aber der König befahl nochmal: „Jetzt musst du schlagen!“ Da schlug der Peitschen Knecht zu… 100 Mal. 100 Schläge auf den Rücken des Königs.


Der Rücken des Königs war voller Striemen, blutrot verschmiert. Er wankte auf seinen Platz und sagte: „Es ist gut, die Strafe ist vollstreckt, dem Gesetz ist Genüge getan.“ Dem Hofstaat und den Bürgern des Königreiches hat sich diese Geschichte unauslöschlich eingeprägt. Noch heute, viele Jahre später, erzählen Eltern ihren Kindern diese und andere Geschichten weiter von dem großen und gerechten König, der sein Volk liebte und der die Strafe für seine Mutter am eigenen Leibe ertrug.


Autor unbekannt

Die Rebellion 

Am Ende der Zeiten versammelten sich Millionen von Menschen auf einer riesigen Ebene vor dem Thron Gottes. Viele von ihnen schauten ängstlich in das helle Licht, das ihnen entgegen strahlte. Es gab jedoch auch Gruppen von Menschen, die erregt miteinander diskutierten. Die Umgebung schien sie nicht zu beeindrucken.


"Wie kann Gott es wagen, über uns zu Gericht zu sitzen?! Was versteht er schon von unserem Leiden?!", sagte eine verhärmte Frau. Sie zog ihren Ärmel hoch und zeigte eine eintätowierte Nummer aus einem Konzentrationslager.

Verbittert öffnete ein junger Mann seinen Hemdkragen: "Schaut Euch das an!", forderte er seine Nachbarn auf. Am Hals sah man die bleichen Narben eines Stricks: "Gelyncht wurde ich allein deshalb, weil ich eine schwarze Hautfarbe habe. In Sklaven Schiffen hat man uns gequält. Von unseren Familien wurden wir getrennt. Wie Tiere mussten wir arbeiten bis der Tod uns die Freiheit schenkte!" Trotzig starrte ein Mädchen vor sich hin. Auf ihrer Stirn erkennt man das Wort, "Unehelich" "Dadurch wurde mein ganzes Leben verdorben", murmelte sie und ihre Stimme verlor sich im Gewühl der anderen.


Überall wurden jetzt ärgerliche Klagen laut. Jeder richtete Vorwürfe an Gott, weil er das Leid in der Welt zugelassen hatte. Ja, wie konnte sich Gott überhaupt vorstellen, was der Mensch auf der Erde alles erdulden muss?! Schließlich führt er doch in der Schönheit des Himmels ein recht behütetes Dasein, fanden sie. Dort gab es keine Tränen, keine Not und keinen Hass. "Gott hat leicht reden!", lautete die allgemeine Klage.


Es bildeten sich verschiedene Gruppen, die sich jeweils einen Sprecher wählten. Da war ein Jude, ein Schwarzer, ein Unberührbarer aus Indien, ein Unehelicher, ein entstellter Leprakranker, ein Opfer aus Hiroshima, jemand aus einem kommunistischen KZ-Lager und ein ermordetes, ungeborenes Kind. Sie diskutierten aufgeregt miteinander und waren sich schließlich in der Formulierung der Anklage einig.

Der Sachverhalt war ganz einfach: Bevor Gott das Recht haben sollte, über sie zu richten, muss er erst mal das ertragen, was sie erlitten haben. Gott sollte dazu verurteilt werden, auf der Erde zu leben als MENSCH!


Aber da Gott nun mal Gott war, hatten sie gleich bestimmte Bedingungen aufgestellt: Er sollte keine Möglichkeiten haben, sich aufgrund seiner göttlichen Natur selbst zu helfen. Dazu hatten sie sich folgendes ausgedacht: Gott sollte als Jude geboren werden. Schon als Kind müsse er Gerüchte hören, dass man nicht wisse, wer sein Vater ist. Er soll von seinen engsten Freunden verraten werden, von einem voreingenommenen Gericht verhört und dann von einem feigen Richter für schuldig verurteilt werden. Schließlich sollte er selbst erfahren, was es heißt, völlig allein und von allen Menschen verlassen zu sein. Der qualvolle Tod müsse in aller Öffentlichkeit geschehen, umgeben von einer schadenfrohen Menge.


Als nun jeder Sprecher einen Teil dieses Urteils verkündete, erhob sich ein großes Raunen vor dem Thron Gottes. Nachdem der letzte Sprecher seinen Urteilsspruch verlesen hatte, folgte ein langes Schweigen. Alle, die Gott verurteilen wollten, gingen plötzlich leise fort. Niemand wagte mehr, etwas zu sagen. Plötzlich wusste es jeder: In Jesus hatte Gott genau dies bereits auf sich genommen.


Autor unbekannt

Schon alles bezahlt


Nachdem ich ein „anständiges“ Leben auf der Erde geführt hatte, ging meine Zeit dort langsam zu Ende. Das Erste, woran ich mich nach meinem Tod erinnere, ist, dass ich auf einer Bank in einem Wartezimmer saß, und zwar in einer Art Gerichtsgebäude. Die Türen gingen auf, und ich wurde angewiesen, einzutreten und am Tisch der Verteidigung Platz zu nehmen.

Als ich mich umsah, entdeckte ich auch den „Ankläger“ – einen finster dreinblickenden Mann, der mich gemein anstarrte. Er war mit Sicherheit die böseste Person, die mir jemals unter die Augen gekommen war.

Ich nahm Platz und sah, dass zu meiner Linken mein Anwalt saß, ein freundlich und sanft wirkender Mann, dessen äußeren mir irgendwie bekannt vorkam. Die Tür in der einen Ecke des Saales schwang auf und mit wehender Robe kam der Richter herein. Er hatte eine Ehrfurcht gebietende Ausstrahlung, als er den Raum durchquerte, und ich musste ihn einfach anschauen. Als er hinter dem Richtertisch Platz genommen hatte, sagte er: „Die Sitzung ist eröffnet.“

Der Staatsanwalt erhob sich und sagte: „Mein Name ist Satan, und ich bin hier, um zu beweisen, dass dieser Mensch in die Hölle gehört.“ Dann führte er seine Behauptung weiter aus, indem er Lügen wiedergab, die ich benutzt hatte, Dinge benannte, die ich gestohlen hatte, und berichtete, wie ich in der Vergangenheit andere betrogen hatte. Satan erzählte auch auch von anderen Missetaten, die in meinem Leben vorgekommen waren, und je länger er sprach, desto tiefer sank ich auf meinem Platz in mir zusammen. Mir war das alles so peinlich, dass ich niemanden ansehen konnte, selbst meinen eigenen Anwalt nicht, besonders als der Teufel auch von Sünden berichtete, die ich bereits völlig vergessen hatte. Ebenso wütend wie auf den Satan, der all diese Sachen über mich erzählte, war ich auf meinen Anwalt, der einfach nur schweigend dasaß und absolut nichts zu meiner Verteidigung vorbrachte.

Ich wusste, dass ich all diese Dinge getan hatte, aber ich hatte in meinem Leben doch schließlich auch Gutes getan- konnte das nicht wenigstens den Schaden wettmachen, den ich angerichtet hatte?

Satan kam zum Ende und sagte: „Dieser Mann gehört in die Hölle; er ist all dessen schuldig, was ich vorgebracht habe, und es gibt niemanden, der das Gegenteil beweisen könnte. Heute wird endlich der Gerechtigkeit Genüge getan.“

Als mein Anwalt an der Reihe war, fragte er zunächst, ob er kurz an den Richtertisch treten dürfe. Der Richter gestattete es trotz vehementer Proteste Satans und bat ihn, vorzutreten. Als mein Anwalt aufstand und vortrat, konnte ich ihn in seiner ganzen Großartigkeit und Majestät sehen. Jetzt wurde mir auch klar, weshalb er mir so vertraut vorgekommen war: Es war Jesus, von dem ich vertreten wurde- mein Herr und Erlöser.

Er stand jetzt vor dem Richtertisch und sprach leise mit dem Richter. Dann wandte er sich um und sagte: „Satan hat Recht mit der Aussage, dass dieser Mann gesündigt hat. Ich leugne all die Anschuldigungen nicht. Und es stimmt, dass der Lohn für die Sünde der Tod ist und dass dieser Mann Strafe verdient hat.“

Jesus atmete tief ein und wandte sich dann mit ausgestreckten Armen an den Richter:

„Aber ich bin am Kreuz gestorben, damit dieser Mensch ewiges Leben hat, und er hat mich als Erlöser angenommen, deshalb gehört er mir.“

Und weiter sagte mein Herr: „Sein Name steht im Buch des Lebens geschrieben und niemand kann ihn mir wieder entreißen. Satan begreift immer noch nicht, dass dieser Mann nicht Gerechtigkeit, sondern Barmherzigkeit erhalten soll.“

Als Jesus sich wieder setzte, verhielt er sich ganz ruhig, sah dann seinen Vater an und sagte: „Es braucht nichts mehr getan zu werden. Ich habe schon alles vollbracht.“

Der Richter hob seine gewaltige Hand, ließ den Hammer niedersausen und sagte mir gebieterischer Stimme: „Dieser Mann ist frei- seine Strafe ist bereits vollständig für ihn bezahlt worden. Der Fall ist abgeschlossen.“

Als mein Herr mich wegführte, konnte ich noch hören, wie Satan tobte und wütete: „Ich gebe nicht auf. Den nächsten Fall gewinne ich!“

Als Jesus mir Anweisungen gab, wohin ich als Nächstes gehen sollte, fragte ich ihn: „Hast du schon jemals einen Fall verloren?“

Er lächelte liebevoll und antwortete dann:

„Jeder, der zu mir gekommen ist und mich gebeten hat, ihn zu vertreten, hat dasselbe Urteil bekommen wie du:

`Schon alles bezahlt´.“

Autor unbekannt

Soli Deo Gloria

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